Georg Büchner war erst 23 Jahre alt, als er am 19. Februar 1837 in Zürich starb. Seit 1835 lebte er im Exil, weil er in seiner Heimat, dem Großherzogtum Hessen, steckbrieflich gesucht wurde.
Sein Verbrechen: Er war Revolutionär und hatte an einer Verschwörung teilgenommen, die durch Verrat aufgedeckt wurde und für den Mitverschworenen Ludwig Weidig tödlich endete. Zusammen mit Weidig hatte Büchner eine revolutionäre Flugschrift verfasst, den Hessischen Landboten. Die Teile, die sich eindeutig Büchner zuschreiben lassen, beeindrucken durch ihre sprachliche Kraft und eine politische Radikalität, die weit über das hinausging, was die damalige liberale bürgerliche Opposition propagierte.
Auch sein literarisches Werk ist in doppelter Hinsicht radikal: in der Formensprache, die über die Zeit in die Gegenwart weist und es zu einem Teil der Weltliteratur macht, und in der Thematik. Hans Mayer hat das Verbindende zwischen den verschiedenen Werke so zu formulieren versucht: "Letztlich - und das ist das Entscheidende - geht es im "Woyzeck" wie zuvor im "Landboten" und im "Danton" um die stets gleiche Frage: um die Abhängigkeit menschlicher Existenz von Umständen, die 'außer uns liegen" (Hans Mayer, Georg Büchner und seine Zeit). Die Determiniertheit des menschlichen Willens, um diese Frage geht in immer neuen Varianten in seinem literatischen Werk und in seinen Briefen, die überliefert sind. Auch als Naturwissenschaftler, Büchner erwarb mit einer
einer Abhandlung über das Nervensystem der Fische den Doktortitel der Universität Zürich und stand offenbar am Beginn einer akademischen Karriere, blieb er grundsätzlichen Fragestellungen verbunden. So beginnt er seine Probevorlesung mit einer naturphilosophischen Betrachtung, die unausgesprochen den Bogen zu Themen seines literarischen Werkes spannt.